Eine Initiative des BMUKK zur Weiterentwicklung des Mathematik-, Naturwissenschafts- und Informatikunterrichts in Österreich
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Gewinner/innen der IMST-Awards 2009

Für den IMST-Award 2009 wurden insgesamt 162 Projekte eingereicht. Die Projekte wurden auf Basis der Vergabekriterien eingeschätzt und in der Folge von der IMST-Award-Jury bepunktet. Aus über 50 so genannten Favorit/innen wurden die sieben IMST-Award-Gewinner/innen gewählt.

An dieser Stelle sollen aufgrund der knappen Bewertung auch diese Favourit/innen dargestellt werden: Zur Liste der Favorit/innen 2009

Und hier die Gewinner/innen der IMST-Awards 2009:

Klassenprojekte
Lernen in mathematischen Lernumgebungen im Fokus unterschiedlicher Begabungen. Schwerpunkt Geometrie
Monika Klamecker, VS Schukowitzgasse (Wien)
Interessen und Begabungen von Kindern sind sehr verschieden. Monika Klamecker hat sich in ihrem Volksschulprojekt (Wien) vorgenommen, der Heterogenität in ihrer Klasse gerecht zu werden und passende Unterrichtskonzepte zu entwickeln. So genannte Lernumgebungen standen im Mittelpunkt des Projekts: Geometrie-Themen, z.B. kongruente Figuren, wurden so vermittelt, dass alle Schüler/innen ihre individuellen Fähigkeiten einbringen konnten. Zum Beispiel standen verschieden „komplizierte Bausteine“ zur Verfügung, um kongruente Figuren zu bauen. Jedes Kind arbeitete an dieser Aufgabe, jedoch auf unterschiedlichen Levels. Im Austausch mit den Mitschüler/innen wurden dann die verschiedenen Lösungen sichtbar: Die Kinder lernten voneinander und das Selbstbewusstsein wurde gestärkt.


E-Portfolios als alternative Beurteilungsmethode in Physikklassen mit hohem Migrationshintergrund
Carina Bicher, Sporthauptschule Primelgasse (Wiener Neustadt)
In dieser Hauptschulklasse in Wiener Neustadt sprechen die Hälfte der Schüler/innen nicht Deutsch als Muttersprache. Um dennoch – ohne Frustration und Demotivation bei den Schüler/innen zu riskieren – die komplexen Themen der Physik vermitteln zu können, hat Carina Bicher auf den Einsatz neuer Medien gesetzt. Klassische Tests und Prüfungssituationen wurden abgeschafft, statt dessen diente die virtuelle „Werkmappe“ (E-Portfolio) zur Beurteilung. Die Kriterien wurden gemeinsam mit den Schüler/innen erarbeitet. Am Beginn jeder Physikstunde stand ein Alltagsproblem, das auch sprachlich adäquat vermittelt werden konnte, z.B.: Dein Schulschlüssel ist in das Abflussgitter vor der Schule gefallen. Wie kannst du ihn wieder erlangen – ohne dass du das Gitter bewegen darfst? Danach wurde experimentiert, dokumentiert und präsentiert. Im Informatikunterricht wurden die Arbeiten dann im Portfolio aufbereitet.


Wechselwirkungen – Interactions
Erwin Rybin, HTL Donaustadt (Wien)
Physik, Informatik und Deutsch versuchte Erwin Rybin an der HTL Donaustadt in Wien miteinander zu verbinden. Ausgetauscht wurden aber nicht nur die Inhalte dieser Fächer, sondern das Thema Interaktion – in all seinen Facetten – stand auch im Mittelpunkt des Projekts. In Unterprojekten wurden beispielsweise Kunstwerke gemeinschaftlich durch eine Web-Community erstellt sowie die Wechselwirkungen in Teilchenpyhsik und Kosmologie beforscht. Die Verknüpfung der unterschiedlichen Fächer wird anhand des Projekts „Quantifizierung von Wort-Interaktionen – Semantic Tag Cloud“ sichtbar: Texte werden mit Hilfe von semantischen und statistischen Methoden analysiert und einer maschinellen Verarbeitung zugänglich gemacht. So kann man z.B. belletristische Texte analysieren und Gemeinsamkeiten verschiedener Autoren herausarbeiten. Die HTL-Schüler/innen haben, auch in reger Interaktion, Diplomarbeiten zu diesen Themen verfasst.


Klassenübergreifende Projekte
Forscherwerkstatt Löwenschule
Silvia Haberler, VS Löwenschule (Wien)
Dem Problem, dass es an vielen Volksschulen an Raum, Material und Konzepten fehlt, um naturwissenschaftliches Forschen kontinuierlich im Unterricht zu verankern, begegnete man an der Wiener Löwenschule unter der Leitung von Silvia Haberler mit den so genannten Forscherkisten. Dieses Kernstück der Forscherwerkstatt beinhaltet vorbereitete Versuche aus den Bereichen Physik, Chemie, Technik und Mechanik. Nach einer schulinternen Fortbildung und Einschulung durch eine Naturwissenschafts-Expertin war das gesamte Lehrerkollegium an der Realisierung des Projekts beteiligt. Der regelmäßige Besuch der Forscherwerkstatt wurde fix im Stundenplan verankert. Dort können Schüler/innen Versuche aus den vorhandenen Kisten auswählen, sie selbst in Kleingruppen bearbeiten und ihre Ergebnisse im abschließenden „Forscherrat“ präsentieren.

Installation eines Kartonhauses
Marianne Amon, Musikhauptschule Blindenmarkt
In diesem niederösterreichischen schulübergreifenden Projekt hat Marianne Amon an der Hauptschule Blindenmarkt das Thema Elektrischer Strom und Energie sehr praxisnah aufbereitet: Die Schüler/innen haben aus einer Schachtel ein Kartonhaus gebaut und schließlich auch eingerichtet, tapeziert und Böden verlegt. Die einzelnen Räume wurden beleuchtet, dafür war eine Stromversorgung mit entsprechenden Schaltplänen notwendig. Das bei dieser Praxisarbeit erworbene Wissen zum Thema Strom werden die Hauptschüler/innen im Schuljahr 2009/10 in der Volksschule St. Martin/Ybbsfeld an Volksschüler/innen weitergeben. Um dafür auch firm genug zu sein, haben die Hauptschüler/innen für das Unterrichtskonzept Unterstützung von den Schüler/innen der benachbarten IT-HTL in Ybbs/Donau erhalten.

Bipolar
Silvia Prock, Ökolog Hauptschule Zirl, Universität Innsbruck
Die Hauptschule Zirl hat an dem Bipolar Projekt teilgenommen, das gemeinsam von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und den Universitäten Wien und Innsbruck durchgeführt wurde. Silvia Prock (Universität Innsbruck) hat das Projekt für den IMST-Award eingereicht. Ziel des Projekts war es, Kinder und Jugendliche für die Polarforschung im Speziellen und für Forschung und Wissenschaft im Allgemeinen zu begeistern. Dazu wurden Wissenschaften wie Meteorologie, Biologie, Geographie, Chemie und Physik an der Hauptschule Zirl vorgestellt. Wissenschafter/innen und Schüler/innen haben einander kennengelernt, unter anderem bestand reger Kontakt mit einer Polarforscherin, die auch live von einer Antarktisexpedition mit den Schüler/innen telefonierte. Auf einer Forschungsstation im hochalpinen Gelände Tirols wurden von den Schüler/innen Experimente durchgeführt, Daten erhoben und dokumentiert. Schließlich konnten die Schüler/innen ihre Ergebnisse in Wien am KinKong – dem Kinderkongress präsentieren.


Sonderkategorie Kärnten
So kommt der Strom in die Steckdose. Experimentier-Partnerschaften im Sachunterricht
Andrea Holzinger, VS 1 St. Veit an der Glan
In diesem Projekt von Andrea Holzinger arbeiteten die St. Veiter Volksschüler/innen als kleine Forscher/innen: Die Schüler/innen wählten eine/n Lernpartner/in, mit dem/der sie eine Arbeit im Labor oder in der Klasse gemeinsam durchführten. Wichtige Lernpartner/innen waren auch Schüler/innen der Laborgruppe des BRG St. Veit und die Eltern zuhause. Im Labor wurde dann eifrig an Experimenten zum Thema Energie gearbeitet. Unter anderem kamen Wasser- und Windräder, Sonnenkraft und weihnachtliche Versuche mit Kerzen zum Einsatz. Die gewonnenen Erkenntnisse und Beobachtungen wurden notiert und schließlich im Sesselkreis präsentiert. Die Schüler/innen arbeiteten dabei sehr selbstständig: Sie suchten sich ihre Aufgaben aus einem Arbeitsplan aus und teilten sich ihre „Forschungszeit“ selbst ein.


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Der Preis der Sonderkategorie Kärnten wurde gesponsort von der Industriellenvereinigung Kärnten.


Fotos: Wolfgang Wagner
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